November 30 2016

Neue Ufer!

Nach fast 14 Jahren in einer festen, mitunter turbulenten Beziehung, nach spannenden, guten und manchmal auch nicht ganz so guten Zeiten, bin ich seit heute beruflich wieder Single.

Meine Aufgaben in der Leitung der Wiesbadener Schule für Schauspiel übernimmt ab heute Roni Merza, der nun meine langjährige Kollegin Dr. Verena Plümer unterstützt. Ich wünsche Roni, Verena und „meiner“ Schule weiterhin viel Erfolg und eine tolle Entwicklung und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit und das in mich gesetzte Vertrauen! Es war ne geile Zeit, wir haben viel erreicht und jetzt freue ich mich sehr auf alles, wofür endlich wieder Zeit und Muße da ist. Das ist neben meiner Firma „art-up! Büro für kreative Begleiterscheinungen“ (mit der ich mich unter anderem um die Weiterbildung und den Einsatz von spezialisierten Schauspielern für Schulungseinsätze großer Unternehmen kümmere) natürlich meine eigene künstlerische Arbeit als Schauspieler, Regisseur, Sprecher und freier Schauspieldozent. Bin wieder frei! Ich freu mich wie Bolle 🙂

 

Und hier noch der Vollständigkeit halber die Meldung der Wiesbadener Presse zum Leitungswechsel:

Wiesbadener Kurier vom 1.12.16

Ein Ehemaliger wird Chef

Von Birgitta Lamparth

SCHAUSPIELSCHULE Wechsel in der Leitung: Roni Merza kommt für Martin Plass

WIESBADEN – „Wenn Du etwas anderes machen könntest – dann mach’ lieber das.“ Ein ziemlich desillusionierender Satz, den die Interessenten der Schauspielschule Wiesbaden hier oft beim ersten Vorgespräch zu hören bekommen. Daran kann sich auch Roni Merza erinnern. Der Schauspieler mit assyrischen Wurzeln, der schon Informatik studiert und als Sänger einer Alternative-Rock-Band auf der Bühne gestanden hatte, ließ sich nicht entmutigen und absolvierte die Ausbildung. Vor sechs Jahren machte er seinen Abschluss. Nach einem Festengagement am Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel kehrt er jetzt zurück nach Wiesbaden. Und wird am heutigen 1. Dezember neuer Leiter der Institution.

„Ich war erst mal sprachlos, als das Angebot kam“, erzählt der 36-jährige Wunschkandidat von Martin Plass, der die Leitung nach 13 Jahren abgibt. Merza wird die traditionsreiche Institution gemeinsam mit Verena Plümer führen. Und das in einer sehr erfolgreichen Zeit. Gerade trägt die vor zwei Jahren von Intendant Uwe Eric Laufenberg angeregte Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden richtig Früchte: Im aktuellen Weihnachtsmärchen „Der Zauberer von Oz“ sind fünf Schülerinnen und Schüler der Schauspielschule dabei – eine klassische Win-win-Situation für beide Seiten. Und: Man merkt definitiv keinen Unterschied zu den weiteren fünf Profis des Jungen Staatsschauspiels (Just). „Unsere Leute stehen aber auch schon kurz vor den Abschlussprüfungen, die haben wir extra dafür verschoben“, erzählt Martin Plass. Der 51-jährige Schauspieler und Regisseur wird seinerseits Ende Januar für eine Produktion beim Just einsteigen.

  • PREMIEREN

    Die Schauspielschule Wiesbaden bringt Mitte Februar Federico Garcia Lorcas „Bernarda Albas Haus“ heraus, in der Regie von Verena Plümer. Wolfgang Packhäuser inszeniert Joel Pommerats „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“, Premiere voraussichtlich im Oktober 2017.

1998 begann er als Dozent in der 1952 als „Schauspielschule Genzmer“ gegründeten Institution. 2003 übernahm er gemeinsam mit Verena Plümer die Leitung, änderte den Namen und baute die Schule erfolgreich um. 2008 kam der Umzug vom Butterblumenweg ins Georg-Buch-Haus.

Seit 2001 ist die vom Kulturamt der Stadt und dem Land Hessen geförderte Schauspielschule staatlich anerkannt. Die etwa 30 Schülerinnen und Schüler durchlaufen eine dreimonatige Probezeit, nach der sich beide Seiten für die dreijährige Ausbildung entscheiden. „Dadurch, dass ich hier ausgebildet wurde, weiß ich auch, was sehr gut funktioniert – und was mir noch gefehlt hat“, sagt Roni Merza. Schon jetzt sei das Angebot breiter aufgestellt: vom Studio- und Kamera-Acting über Clown- und Tanzworkshops bis zum Bühnenkampf.

Aber natürlich geht es anfangs auch um die Grundlagen der Schauspielkunst, erzählen beide: Darum, präzise zu sprechen, um das disziplinierte Rollenstudium. „Heute ist Authentizität das Schlagwort. Dazu muss man das Handwerk aber so beherrschen, dass keiner merkt, wie gut man spricht“, erläutert Martin Plass.

Für ihn ist Roni Merza der richtige Kandidat, weil er nicht nur als Schauspieler und Regisseur überzeugt – wie seine Inszenierung „Ich rufe meine Brüder“ zeigte – sondern auch das technische Verständnis mitbringt für den 50 Zuschauer fassenden Theatersaal in der Wellritzstraße. Er selbst möchte jetzt noch mal neue Projekte auf und hinter der Bühne angehen und könne seinem Nachfolger eine Schule anvertrauen, „die heute einen guten Ruf und eine hohe Vermittlungsquote hat“. Beides enorm wichtig, um auch mit den staatlichen Schauspielschulen mithalten zu können.

„Die Welt braucht nicht so viele Schauspieler, es gibt eine Menge gute, arbeitslose Kollegen, vor allem Schauspielerinnen“, so Martin Plass. Aber diejenigen, die diesen Beruf wirklich wollen und sich durchbeißen, die können viel erreichen, meint er. So wie Roni Merza.

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